Dein Ziel im Prozessmanagement: Schnittstellenverluste auf ein Minimum reduzieren – im Idealfall gibt es überhaupt keine. Prozesse regelmäßig systematisch zu hinterfragen und zu optimieren, ist also ein Muss. Eine besonders effektive Methode dafür ist die Prozessstrukturmatrix (PSM). Sie besticht dadurch, dass sie alle relevanten Aspekte eines Prozesses übersichtlich auf eine Seite bringt. Damit bietet sie dir ein hervorragendes Werkzeug, um Schnittstellen sichtbar zu machen und gezielt zu verbessern. Und noch besser: Sie funktioniert unabhängig vom Medium, du kannst sie also in Excel bauen, mit Post-its oder als reines Gedankenmodell im Hinterkopf behalten.
Mir ist die PSM 2006 im Umfeld der RWTH Aachen zum ersten Mal begegnet, ihr genauer Ursprung ist allerdings nicht bekannt. Dennoch sorgt die Matrix regelmäßig für Begeisterung, wenn ich sie vorstelle. Denn mit ihrer Hilfe visualisierst du die einzelnen Prozessschritte und die Informationsflüsse zwischen ihnen. Genau dort liegen meist die Schwachstellen, weil Informationen fehlen, falsch oder veraltet sind.

Es ist spannend zu sehen, dass sich alle Probleme mit Prozessen im Grunde auf 6 Ursachen zurückführen lassen. Die meisten davon kannst du mit der PSM identifizieren und gezielt optimieren.
Gerade in größeren Organisationen entstehen in Prozessen viele Informationen. Jedoch wird selten regelmäßig geprüft, wer sie in welcher Form tatsächlich benötigt. Dadurch entsteht häufig Blindleistung oder dir entgeht, dass dein interner Kunde die Infos in anderer Form viel besser verarbeiten könnte.
→ Solche Probleme erkennst du in der waagerechten Zeile rechts und links des betrachteten Prozessschrittes.
Häufig sind Prozesse ineffizient oder funktionieren nicht richtig, weil die Ergebnisse aus vorherigen Schritten sich nicht direkt weiterverarbeiten lassen.
→ Schwachstellen dieser Art erkennst du in der Vertikalen oberhalb und unterhalb des betrachteten Prozessschrittes.
Oft fehlt in Unternehmen die geeignete Infrastruktur, um einen Prozess effizient und wirksam durchzuführen.
→ Hier spielt die IT im rechten Bereich eine immer größere Rolle: Systembrüche und Medienwechsel visualisiert die PSM übersichtlich.
Der Mitarbeitende möchte zielorientiert handeln, ist aber nicht dazu befugt? Dann gibt es ein Problem mit seiner Rolle.
→ Dieses Problem erkennst du an häufigen Rollenwechseln und unklarer Verantwortung in der oberen Sicht.
Es kommt immer mal wieder vor, dass ein Mitarbeitender demotiviert ist und Prozesse dadurch verlangsamt.
→ Das zeigt die PSM kaum, weil Motivation nicht in der Struktur steht.
Mit diesem Aspekt ist nicht gemeint, dass dem Mitarbeiter das Handwerkszeug fehlt, sondern schlichtweg die Fähigkeit.
→ Auch hier ist die PSM wenig aufschlussreich, weil Kompetenzlücken andere Analysen brauchen.
Die Prozesstrukturmatrix ist kein Wundermittel, das automatisch all eure Probleme löst. Aber: Sie strukturiert und systematisiert die wesentlichen Herausforderungen im Prozessmanagement und lässt dich deren Ursachen schnell und einfach erkennen. Dabei musst du die Methode nicht einmal immer explizit anwenden – sie leistet auch als Gedankenmodell im Hinterkopf gute Dienste für dein Prozessmanagement.
Also lade dir die Excel-Vorlage für die PSM herunter und übe die Anwendung, bis du ihre Denkmuster sicher in deiner täglichen Arbeit anwendest. Viel Erfolg bei der Prozessoptimierung!
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